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Die Donau - Europas Lebensader

Leben im Fluss. Europas Lebensstrom – faszinierend und extrem gegensätzlich: Die Donau nährt und bestimmt Mensch wie Natur. Sie bietet dabei soviel mehr als Wachauer Postkartenidylle.

Ganze 2857 Kilometer fließt dieser starke Strom, vom Schwarzwald bis ins Schwarze Meer. Die Donau ist nicht der längste und auch nicht der größte Fluss Europas (der 1. Platz geht an die Wolga), aber eindeutig der spannendste und vielfältigste. Sie durchfließt zehn Länder und verbindet die unterschiedlichsten menschlichen Kulturen und Naturlandschaften. Hinsichtlich der historischen und kulturellen Bedeutung kann sie es also locker mit dem Rhein aufnehmen. Die Donau darf sich ab der Vereinigung zweier Quellflüsse, der Brigach und der Breg, „Donau“ nennen. Beide haben im Mittleren Schwarzwald ihren Ursprung. Die Donau durchquert drei große Beckenlandschaften: das nördliche Alpenvorland und das Wiener Becken (Oberlauf), die Pannonische Tiefebene (Mittellauf) und das Walachische Tiefland (Unterlauf). Die Gebirge überlistet sie mit Engtälern, zu denen unter anderem die Wachau, die Hainburger Pforte (Preßburger Pforte) und das Eiserne Tor gehören. Sie mündet schließlich über das außergewöhnlich schöne Donaudelta ins Schwarze Meer. Mehr als 80 Millionen Menschen leben im Einzugsgebiet der Donau. Unterschiedliche Kulturen, Sprachen und Geschichte. Viele davon verdienen ihren Lebensunterhalt mit und auf der Donau. Kaum jemand kann sich ein Leben ohne den großen Strom vorstellen.

Zwischen Wildnis und Wachau

 


Die Natur der Donau.
Die Donau passiert viele verschiedene Landschaften und Klimazonen, diese Diversität spiegelt sich in ihrer vielfältigen Flora und Fauna. Sie nimmt mit ihrer Fauna von ca. 70 Arten eine Sonderstellung unter den mitteleuropäischen Flüssen ein, da einige Arten nur in ihrem Flusssystem vorkommen. Trotz umfassender und teilweise schwerwiegender menschlicher Eingriffe ist die Flusslandschaft in vielen Bereichen noch immer außerordentlich artenreich, auch weil einige besonders sensible Lebensräume mittlerweile unter Schutz gestellt wurden. Die Nähe zu den Alpen macht die Donau so unberechenbar und auch gefährlich. Hochwasser im Sommer, tiefe Eiseskälte im Winter. Die Jahreszeiten bestimmen den Charakter der Donau, deren Wasser aus den Zuflüssen der Alpen gespeist wird. Der Strom mit den Tausend Gesichtern ist ein mächtiger und spielt diese Macht auch unbarmherzig aus. Natur und Mensch werden durch ihn nachhaltig beeinflusst, ihr Lebensrhythmus vorgegeben. Die Eingriffe des Menschen sorgen gleichzeitig für die Bedrohung der Menschen, die an der Donau leben. So wie das Hochwasser für die natürlichen, unberührten Aulandschaften und das Delta das Leben an sich bedeutet bringt es gleichzeitig Städte und ihre Bewohner in den regulierten Abschnitten in Gefahr. Nur da wo er eingeengt und begrenzt wird, stellt der Strom eine Bedrohung dar und wird zu einem unberechenbaren Risiko. Alles steht unter dem Einfluss des Wetter- und Klimageschehens. Es gibt keinen Stillstand. Hochwasser und Dürreperioden wechseln sich ab und definieren das Leben ebenso wie die Jahreszeiten. Sie steuern Vogelzug, Paarungs- und Brutperioden und Winterruhe. Die Donau befindet sich ständig im Wechsel von Flut und Frost, Hitze und Trockenheit.

Im Einklang mit dem Strom.
In Kroatien etwa, in dem kleinen Dorf Cigoc leben die Menschen noch im Rhythmus des Flusses. Die Häuser aus dem Holz der Umgebung sind uralt und wenn nötig können sie sogar abgetragen und versetzt werden. Der Wasserspiegel kann hier schnell mal über Nacht um 10 Meter ansteigen. Im Sommer kommen zu den Einwohnern noch etwa 200 Störche dazu. Fast auf jedem Haus nisten sie und lassen beeindruckte Touristen an ihrem Familienglück teilhaben. Dieses ursprüngliche Naturparadies beweist eindrucksvoll, dass es auch ein Leben mit dem Fluss gibt, vielleicht das einzige, das langfristig Sinn macht.

Ein anderes Gebiet, in dem die Donau vom Menschen ungestört sein darf, ist der Nationalpark Donau-Auen. Der 9.300 Hektar große Nationalpark, erstreckt sich von Wien bis zur Mündung der March in Niederösterreich, an der Staatsgrenze zur Slowakei. Er ist eine der größten weitgehend intakten Aulandschaften Mitteleuropas entlang der Donau, mit einer Länge von 38 Kilometern. Die Auwälder der Donau sind ursprünglich, urwaldartig, dschungel-gleich. Zahlreiche Augewässer sind mit ihr je nach Wasserstand verbunden. Man unterscheidet zwischen durchströmten Nebenarmen und verlandenden Altarmen. Zwischen diesen erstrecken sich die tiefen Auwälder. Eine Besonderheit sind die sogenannten Heißländen, steppenähnliche Landschaften an sehr trockenen Standorten. Mitten in den Wäldern liegen aber auch artenreiche Wiesen, die von den Menschen teilweise vor Jahrhunderten angelegt wurden. Am Nordufer schirmt der Schutzdamm das Marchfeld gegen die Hochwässer der Donau ab. Der Südrand des Nationalparks wird durch den Abbruch des Wiener Beckens begrenzt, den ein einzigartiger Hangwald besiedelt. In den Auwäldern des Nationalparks kommen sonst überall gefährdete Baumarten noch sehr häufig vor. Auch viele spezialisierte Lebewesen haben hier ihren Lebensraum, wie etwa Käfer und ihre Larven im Totholz von Bäumen und Sträuchern. Die Altbaumbestände haben wiederum eine große Bedeutung für die Vogelwelt. In den Wäldern des Nationalparks gibt es keine forstwirtschaftliche Nutzung mehr, sondern nur noch Maßnahmen der Renaturierung. Damit sollen durch die Forstwirtschaft vergangener Zeiten eingebrachte Exoten wieder zurückgedrängt werden. Der einzige geduldete Baumfäller ist der Biber. Im Schutzgebiet befinden sich mehr als 700 Arten höherer Pflanzen, mehr als 30 Säugetier- und 100 Brutvogelarten, 8 Reptilien- und 13 Amphibienarten sowie an die 50 Fischarten. Zu den charakteristischen Bewohnern der Auenlandschaft des Nationalparks zählen hier Donau-Kammmolche, die Europäische Sumpfschildkröte, Hundsfische, Seeadler, Eisvögel und Biber. Mit der reichen Fauna land- und wasserlebender Insekten und anderer Wirbelloser wird der Gesamtbestand an Tierarten im Nationalpark Donau-Auen auf mindestens 5000 geschätzt.
 


Das letzte Paradies.
Das rumänische Donaudelta gilt als eines der letzten Naturparadiese der Erde: Ein kilometerweites Geflecht aus Röhrichten, schwimmenden Inseln und Flussarmen und ein Rückzugsgebiet vieler bedrohter Tierarten. Auch die größte Pelikankolonie Europas lebt hier. Der Pelikan ist das Symbol des Deltas. 7000 Exemplare des größten Wasser- und schwersten Flugvogels der Welt leben im Donaudelta. Bis zur politischen Wende 1989 waren die Fisch fressenden Pelikane manchem Fischer-Angriff ausgesetzt. Heute schwimmen die mächtigen Vögel majestätisch auf dem Wasser und ziehen geschützt ihre Nachkommen auf. Doch das Donaudelta ist nicht nur für den Pelikan ein Paradies. In besonders geschützten Teilen nisten riesige Vogelkolonien. Auch im Wasser tummeln sich selten gewordene Tiere wie der Stör. Dieser Fisch war ursprünglich so zahlreich, dass der Kaviar (die Eier des Störs) ein völlig gewöhnliches Lebensmittel war. Dank des Donaudeltas finden die Fische wieder Laichplätze. In den letzten zwei Jahrzehnten ist noch eine weitere Spezies hinzugekommen: wilde Pferde. Als die kommunistischen Kolchosen ihre Dienste einstellten, strömten Hunderte von Arbeitspferden in das Delta. Über 2000 leben heute in den Wiesen und Wäldern der Region. Eine andere Sensation des Donaudeltas sind die riesigen Seerosenfelder. So weit das Auge reicht, bedecken die großen Blätter mit ihren gelben Blüten das Wasser. Ebenso zum Bild des Deltas gehören außerdem die Schilfrohrflächen – die größten Europas. Ob dieser natürlichen Vielfalt entwickelt sich das Gebiet seit der Jahrtausendwende zunehmend zum beliebten Touristenziel. Die etwa 15.000 Einwohner des Deltas leben einfach, im Einklang mit der Natur und sind von den natürlichen Ressourcen und vom Fischfang abhängig.

Die Donau und die Schiffe.
Bis in das 19. Jahrhundert war die Donau ein unregulierter Fluss. Ab dann begann der Mensch durch umfangreiche Regulierungen den Naturhaushalt dieser Flusslandschaft drastisch zu verändern. Viele Nebenarme wurden abgedämmt und sind seither nur mehr bei Hochwässern von der Donau durchströmt. Weitere massive Eingriffe folgten durch die jahrzehntelange forstwirtschaftliche Nutzung in weiten Teilen der Auwälder. In den 50er Jahren begann der Ausbau einer nahezu lückenlosen Kette von Laufwasserkraftwerken im österreichischen Teil der Donau. Die Donau und ihre Schifffahrt sind seit jeher miteinander verbunden. Die Binnenschifffahrt lässt alle möglichen Schiffsarten verkehren: Tagesausflugsschiffe, Kabinenschiffe, Frachtschiffe, Motorboote und andere Schiffstypen. Die Donau ist seit dem 20. Jahrhundert erst ab Kelheim, fast 500 Kilometer unterhalb der Quelle, über eine Gesamtstrecke von 2415 Kilometern bis zur Mündung für die Binnenschifffahrt befahrbar. Mit dem Main-Donau-Kanal, der im September 1992 eröffnet wurde und bei Kelheim in die Donau mündet, gibt es nun eine durchgehende Wasserstraße von der Nordsee über Rhein und Main bis ins Schwarze Meer. Die Donau ist für Österreich ein wirtschaftlich äußerst bedeutender Handelsweg. Schon im 13. Jahrhundert zählte der obere Flusslauf etwa 80 Zoll- und Mautstellen. Pferdegespanne mit bis zu 40 Zugtieren zogen die Schiffe auf dem „Treppelweg“ flussaufwärts, wobei täglich bis zu 20 km zurückgelegt werden konnten. Die Nutzungsrechte für die Donau wurden von den Anrainern bereits seit 1616 durch Abkommen festgelegt. 1696 wurden bereits Personen und Waren regelmäßig von Regensburg nach Wien befördert, unter anderem durch die so genannten „Ordinarischiffe“. 1829 wurde die erste Donau-Dampfschifffahrts-Gesellschaft (DDSG) gegründet, bereits 1830 fuhr das erste Dampfschiff die Strecke Wien-Pest, 1837 bis Linz, 1838 bis Passau. Der Handelsverkehr auf der Donau befördert heute hauptsächlich Massengüter wie Metalle, Holz, Rohöl oder Container. Durch den Rhein-Main-Donau-Kanal kommt es zu einem längerfristigen Ansteigen des Frachtverkehrs. Die größten Donauhäfen befinden sich in Linz und Wien, ein Schutzhafen besteht bei Krems. 1948 beschloss die Belgrader Konferenz, allen donaufremden Staaten das Mitspracherecht zu entziehen. Österreich trat der Konvention 1960 bei. Eine Lust-Fahrt auf der schönen blauen Donau ist mittlerweile der Flusskreuzfahrt-Klassiker schlechthin. Was nicht zuletzt an den kulturellen Blockbustern liegt, die die Besucher wie eine Perlenkette an der Donau aufgereiht erwarten. Zu den bekanntesten gehören die Städtehighlights Wien und Budapest, aber ebenso das Unesco-Weltkulturerbe Kloster Melk und das ungarische Esztergom mit seiner mächtigen Basilika, Sisis ungarisches Lieblingsschloss Gödöllö nahe Budapest oder die Hauptstadt der Slowakei Bratislava. Auf der östlichen Donaustrecke von Budapest nach Constanta am Schwarzen Meer spielt dann aber die Natur die Hauptrolle. Auch das einzigartige Donaudelta und seine tierischen Bewohner können per Schiff (oder auch mit dem Hausboot!) bestaunt werden.
 

Die Donau und die Kultur.
Die Donau. Mystisch und sagenumwoben. Die bekannteste Rolle spielt die Donau aber wohl im berühmten Nibelungenlied. In Tulln an der Donau (Niederösterreich) etwa empfing Hunnenkönig Etzel seine Braut Kriemhild, bevor in Wien Hochzeit gefeiert wurde. Ein Denkmal und ein Brunnen erinnern an diese erste Begegnung Kriemhilds mit ihrem zweiten Ehemann. Der Nibelungenbrunnen ist beeindruckende Erinnerungsstätte dieses historischen Ortes des Nibelungenliedes und dokumentiert die geschichtsträchtige Vergangenheit Tullns sowie die Verbundenheit der einzelnen Donauregionen. Wer sich zu einer Kulturreise an der Donau aufmacht, begegnet freilich vielerorts den Spuren der Vergangenheit. Die alten Römer etwa sind in der Römerstadt Carnuntum ebenso lebendig wie in vielen faszinierenden Museen. Über 450 Jahre bildete der mächtige Strom als „nasser“ Limes die Nordgrenze des römischen Imperiums. Die Welt des Mittelalters ist an der Donau mit alten Burgen, geheimnisvollen Ruinen und Kirchen präsent. Die Lebensader des mittelalterlichen Europas lässt förmlich in diese Epoche eintauchen und erlaubt auch abseits der Klischees interessante Einblicke in die Welt der Ritter und Könige.
Aber auch das zeitgenössische Kulturleben lädt zum Verweilen ein, vom Comic-Museum in Krems, über das Ars Electronica Center in Linz bis zum berühmten Museumsquartier in Wien. In der österreichischen Hauptstadt präsentiert sich der Fluss angemessen weltoffen und lässig. Die alte Donau ist beliebtes Nah-Erholungsgebiet, ebenso wie die Donauinsel, die mit ihrem Donauinselfest inzwischen weltbekannt ist und sogar international erfolgreiche Künstler auf ihre Bühnen holt.
Bratislava war wegen der strategisch günstigen Lage an der Donau lange die Hauptstadt des Königreiches Ungarn. Erst als die Türken im 17. und 18. Jahrhundert langsam aus Ungarn zurückgedrängt wurden, verlor „Pressburg“ seine Bedeutung und Budapest trat an seine Stelle. Die heute größte Stadt an der Donau ist eine der eindrucksvollsten Metropolen. Die schönsten Bauwerke Budapests liegen fast alle am Ufer der Donau, so auch das 1904 eingeweihte Parlament, eines der größten Gebäude der Welt. Die Wachau gilt als eines der bezauberndsten Flusstäler Europas. Ihre Schätze wurden viel besungen, umfassend gerühmt, in ihrer Gesamtheit sind sie sogar zum Weltkulturerbe erhoben worden. Mit ihren unzähligen Kulturschätzen und einer sonnenverwöhnten Weinbauregion von Weltrang bietet die Wachau ihren Besuchern eine Dichte an Sehenswürdigkeiten, Natur und regionaler Kulinarik, die tatsächlich ihresgleichen sucht. Ob Radfahren auf dem Donauradweg oder dem Marchfeldkanalradweg, Wandern in der Wachau, am Weitwanderweg Nibelungengau und auf dem Jakobsweg, der Wachauer Wein, die Marillen oder den Marchfelder Spargel kosten. Das Bundesland Niederösterreich bietet mit den Donauregionen „Wachau-Nibelungengau-Kremstal“, „Tullner Donauraum-Wagram“ und „Römerland Carnuntum – Marchfeld“ ein wahres Donau-Spezial-Angebot. Burgen, Schlösser, Postkarten-Landschaften. Die Qual der Wahl. Zahlreiche Festivals, Verkostungen, Feste und Events lassen die Zeit immer zu kurz sein. Also muss man wiederkommen, an die Donau. Sie ist immer für eine Überraschung gut.
 

Fotocredits: cover2© Kärnten Werbung, Fotograf Edward Gröger
Text: Mag. Nina Schöneweiss



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