Unternehmensgeschichte
Anfang der neunziger Jahre wird in Oberösterreich mit der Produktion von 19 Liter Flaschen für den europäischen Markt begonnen. Der Eigentümer der Greiner Holding liebäugelt hier zum ersten Mal mit Watercoolern für Österreich, da dieses Feld noch nicht besetzt war. Man begibt sich auf die Suche nach einem Partner der in diesem Segment Erfahrung hat. 1996 wird der Joint Venture Vertrag mit der amerikanischen Firma ALPS unterzeichnet. Im darauf folgenden Sommer wird der erste Wasserspender am österreichischen Markt positioniert. Vorerst wird nur von Linz aus der oberösterreichische Markt bearbeitet, bereits 1998 folgt eine Niederlassung in Wien, 2000 in Graz und 2004 folgen Klagenfurt, Salzburg und Bregenz.
Seit 1998 ist auch Andrea Wagner-Greiner mit an Board – die ab 1999 die Geschäfte führt. Für ihre herausragenden Leistungen als Triple A-Geschäftsführerin wird sie im Jahr 2011 als "Beste Unternehmerin Österreichs" mit dem WOMAN-Award ausgezeichnet. Die unbändige Leidenschaft von ihr zu ihrem Baby Triple A und der gemeinsame Weg bis zu heute 24.000 Wasserspendern spiegelt ein Interview der Kleinen Zeitung wider – wo nach Beruflichem und Privatem gefragt wurde:
Porträt:
Wie kommt man auf die Idee, gerade im Trinkwasser reichen Österreich Wasserspender einzuführen? Keine Angst gehabt, dass das Produkt brausen gehen könnte?
Die eigentliche Idee existiert bereits weit über 100 Jahren in Amerika. Irgendwann haben wir gedacht: Warum probieren wir es nicht auch bei uns? Auch wenn Österreich gutes Trinkwasser hat, wir bieten die Flasche im Gesamtpaket als Dienstleistung an. Und wir wollen unsere Kunden animieren zu trinken. Und nach der Angst gefragt – ja schon – aber wer sich von Angst leiten lässt wird nicht weit kommen.
Ging schon die erste Variante als heißkalter Mix an den Start?
Ja, damit können wir besonders in den doch zahlreichen Wintermonaten, bei uns der klassischen Teezeit, punkten. Es ist so simpel: Teewasser zum Abzapfen!
Apropos heißkalt. Sind sie als Chefin eher hitzig oder kühl?
Ganz eindeutig eher hitzig (lacht). Klassisch, weiblich emotional, würde ich sagen. Ich sehe mich, wie bei meinen zwei Kindern auch, als Mutter des ganzen Unternehmens. Ich bin jetzt kein Hitzkopf oder so, aber auf jeden Fall ganz emotional mit Herz und Seele dabei.
Hat das Produkt schon kalte Duschen erlebt?
Ja, klar. Wir wären heute nicht dort, wo wir sind, hätte mit Greiner nicht ein großer Konzern hinter uns gestanden. Für österreichische Verhältnisse waren unsere Watercooler ja doch ein utopisches Produkt, fast so, als würde man in den USA Lederhosen oder Dirndl verkaufen. Und, ja, es gab einige Situationen, wo wir uns alleine nicht über Wasser halten hätte können.
Was finden Sie denn eigentlich an Mitarbeitern erfrischend?
Humor (lacht), eine große Loyalität dem Unternehmen gegenüber und den expliziten Willen, Dinge zu bewegen.
Wenn´s beruflich richtig hitzig zugeht: Wo finden Sie dann Abkühlung?
Zu Hause in meinem Pool. Viel Zeit bleibt mir nicht, als klassische berufstätige Mutter mit zwei Kindern. Wenn ich von der Arbeit heimkomme, bin ich nur noch Dienstleisterin meiner Familie. Ruhe und Erholung finde ich Zuhause.
Wie managen Sie die kräftezehrende Spanne zwischen Kind und Karriere?
Beim ersten Kind, meinem Sohn, war mein Mann eineinhalb Jahre in Karenz. Bei meiner Tochter habe ich mir anfangs ein Kindermädchen geleistet, denn ich war nur 3 Monate daheim. Und sonst bin ich sicher der wandelnde Inbegriff des Wortes „Organisation“.
Und im Job: Sind Sie als Mutter kürzergetreten?
Ich wäre nicht Ich ohne das Eine oder das Andere. Die Frage existiert daher so für mich nicht. Das wirklich Gute am Muttersein war, dass ich gelernt habe zu delegieren. Früher habe ich viel mehr selbst gemacht, heute bin ich 30 Stunden pro Woche in der Firma anwesend, den Rest erledige ich von Zuhause aus. Und bin 24 Stunden telefonisch erreichbar. Das bedeutet oft Nachtschichten am Computer und wenig Schlaf.
Ist Ihnen Delegieren anfangs schwer gefallen?
Nein, nicht wirklich. Es liegt in meinem Naturell, Leute um mich zu versammeln, die mit der gleichen Arbeitseinstellung an die Sache herangehen. Fehler die durch Unerfahrenheit passieren aber einen Lerneffekt haben gehören da dazu. Ich bin eine Teamplayerin mit einem hervorragenden Management-Team.
Was denke Sie über…
...Auszeiten? „Sehr wichtig, ich lerne sie mir zu gönnen. Mittwochs ist kinderfrei und Freitag von 8 bis 9 Uhr habe ich eine heilige Cafehausstunde.“
…die größte berufliche Niederlage? „ Der Verlust meines Prokuristen aufgrund einer Fehleinschätzung seines Charakters.“
…Geschäftsreisen? „ Die genieße ich sehr, denn da habe ich nach getaner Arbeit ausschließlich Zeit für mich. Der organisatorische Aufwand für 24 Stunden „Abwesenheit“ ist jedoch enorm“
Zur Person
Andrea Wagner-Greiner, geboren am 8.März 1969 in Wien, aufgewachsen in Kremsmünster, Oberösterreich, verheiratet, zwei Kinder.
Ausbildung. Tourismuskauffrau. Hat im Frontoffice im Wiener Marriott Hotel gearbeitet, jobbte als Immobilienmaklerin, hatte ein Cafehaus. MBA-Programm in Brüssel.
Seit 1998 bei Triple A, Aufbau des Standortes Wien, seit 1999 Geschäftsführerin.

